Mount Kilimanjaro

Der Kilimanjaro liegt in Tansania, Afrika. Er ist mit einer Höhe von 5895 Metern nicht nur der höchste Berg Afrikas, sondern auch der höchste, alleinstehende Berg der Erde (oberhalb des Meeresspiegels). Tatsächlich ist der Kilimanjaro kein Berg, sondern ein Bergmassiv mit mehreren Gipfeln. Der höchste Gipfel, „Kibo“ oder auch „Uhuru Peak“, liegt auf den bekannten 5895 Metern. Zwischen dem Kibo und den anderen Gipfeln erstreckt sich das Kilimanjaro-Massiv, welches im wesentlichen aus drei Vulkanen besteht. Der letzte größere Ausbruch war vermutlich vor etwa 360.000 Jahren, seither ist die vulkanische Aktivität auf sehr niedrigem Niveau – aber keineswegs erloschen.

Der markante Rücken mit dem höchsten Punkt, dem Uhuru-Peak, auf der rechten Seite.

klimb mount kilimanjaro - tanzania afrika - ImagoSTUDIO ⎪ Andreas Strobl

Möchte man den Kilimanjaro besteigen, muss man den Zutritt zum Nationalpark mit einer Gebühr begleichen und zudem zumindest einen Bergführer als Pflichtbegleiter buchen. Die Nationalparkgebühr beträgt ca. 125$ pro Tag (2022). Hinzu kommen die Kosten für den Bergführer, die Ausrüstung, Verpflegung und je nach Umfang der persönlichen Expedition die Kosten für einen Koch und mehreren Träger.

20kg ist die Maximallast für einen Träger

Es führen mehrere Routen auf den Kibo und die anderen Gipfel. Man durchwandert beim Aufstieg auf den Berg mehrere Klimazonen, welche sich durch sehr unterschiedliche Vegetationen auszeichnen. In den unteren Regionen ist das Bergmassiv von einem Dschungel umgeben. Darüber wird die Landschaft immer trockener und somit wird die Vegetation auch immer spärlicher. Ab etwa 4000 Meter befindet man sich in einer sehr trockenen, steinigen Berglandschaft. Rund um den Gipfel gibt es aktuell noch Gletscher, diese sind aber vom Klimawandel sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden und werden vermutlich bis 2030 gänzlich verschwunden sein.
Die Temperaturen am Fuße des Massivs liegen das ganze Jahr über 20 Grad, am Gipfel jedoch oft unter -20 Grad Celsius.

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Route durch den Dschungel rund um das Bergmassiv.

Mit meiner Fotoserie möchte ich die Träger am Kilimanjaro in den Fokus rücken. Die Träger sind meist Einheimische aus Tansania oder auch Menschen, die aus den umliegenden Ländern zum Kilimanjaro ziehen, um dort einen Job zu ergattern. Um als Träger am Berg arbeiten zu dürfen, müssen die Männer eine eigene Ausbildung absolvieren. Die Kosten für diese Ausbildung müssen sie jeweils selbst, im Vorhinein aufbringen, was für viele eine große Hürde darstellt. Zusätzliche Ausbildungen sind erforderlich, um als Koch oder gar als Bergführer am Berg arbeiten zu dürfen. Im Gegenzug verdienen die Köche und Bergführer auch besser. Ein Träger verdient nur etwa 8 bis 10 Dollar pro Tag, ein Koch etwa 15 Dollar und ein Bergführer etwa 30 Dollar pro Tag.

Mit Straßenschuhen auf 4600 Meter

Die maximale Traglast, die jeder Träger aufnehmen darf, beträgt 20kg. Dies wird an den Eingangstoren zum Nationalpark auch überprüft – theoretisch. Zumal drücken die Kontrolleure gegen ein kleines Trinkgeld gerne ein Auge zu und es bleibt dem Träger selbst überlassen, wie viel er zusätzlich als „persönliches Gepäck“ mitnimmt. Ich konnte bei meiner Expedition auf den Kilimanjaro kaum einen Träger sehen, der nur 20kg am Rücken trug.

20kg sollte die Maximallast pro Träger sein.

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Abgesehen von den extremen Lasten, welche die Träger auf den Berg tragen, haben die meisten Träger keine ordentliche Ausrüstung. Die meisten können sich kaum die Ausbildung leisten und somit bleibt kein Geld für ordentliche Schuhe oder Kleidung über. Wenige haben eine etwas bessere Ausrüstung, als Geschenk von Touristen. Aber die meisten Träger sind mit Straßenschuhen und dünnen Hosen am Berg unterwegs und begleiten die Touristen bis in etwa 4600 Meter Höhe.

Die Touristen bekommen im Gegenzug bis zum letzen Camp vor der Gipfelbesteigung täglich mehrmals frisch zubereitete Mahlzeiten. Sie müssen selbst nur ihr Tagesgepäck tragen. So mancher Gipfelstürmer nimmt sein Mittagessen sogar in einem eigens dafür aufgebauten Zelt ein, welches nach der Mahlzeit von den Trägern wieder abgebaut und weitergeschleppt wird.

Die Goldgrube Tansanias

Der Kilimanjaro gilt als die Goldgrube Tansanias. Wer hierbei am meisten verdient, ist nicht eindeutig zu recherchieren. Agenturen und die Regierung sind vermutlich die Gewinner. Will man selbst diesen Berg besteigen, so bleibt einem fast kein Ausweg, denn die wirklich großen Kostenpunkte sind für jeden Touristen verpflichtende Gebühren. Nur die Kosten für die Leidtragenden sind nicht eindeutig geregelt. Für die Trinkgelder der Bergführer, Köche und vor allem der Träger am Berg, gibt es nur Richtwerte. So bleibt es jedem einzelnen Touristen selbst überlassen wie viel jeder einzelne erhalten soll.

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Der Nachbarberg „Mount Meru“ im Hintergrund.

Die Bezahlung der Trinkgelder erfolgt traditionell am Ende einer jeden Tour, begleitet von einem Tanz-Ritual der Träger. Hierbei tanzen und singen alle nach einer mindestens 5 bis 7 Tage dauernden Expedition, in ihren zerschlissenen Schuhen und Hosen, für etwa 50 bis 70 Dollar pro Mann.

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Andreas

" Wenn wir die Einzigen im Universum sind, wäre das eine ziemliche Platzverschwendung. "


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